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Soziale Netzwerke und die Urheberrechts-Falle

Instagram, Twitter oder Facebook: Es gibt an vielen Stellen rechtliche Fettnäpfchen. Nichtwissen schützt nicht, daher lohnt sich ein Blick in diesen Beitrag.

Bilder auf Facebook, Snapchat, Instagram & Co.

Sie haben als Profilbild eine Comicfigur oder einen Charakter aus einem Kinofilm oder gar Ihren Lieblingspromi. Doch dann kommt der Hammer: Post von einem Anwalt. Sie hätten damit gegen das Urheberrecht desjenigen verstoßen, der das Foto gemacht oder die Figur gezeichnet hat und Ihnen droht jetzt eine hohe Geldstrafe. Klingt wie aus einem schlechten Film? Ist es aber nicht. Es gibt Anwälte, die sich genau darauf spezialisiert haben. Sie suchen Urheberrechtsverletzungen im Internet und mahnen diejenigen ab, die gegen das Gesetz verstoßen haben. Aber Ihr Profil- oder andere Bilder sind doch gar nicht öffentlich. Oder doch?

Selbst wenn man argumentiert, man habe das alles nur in einer ganz kleinen Gruppe geteilt und diese Inhalte seien damit nicht öffentlich, stimmt das nur bedingt. Denn...

  1. es kann passieren, dass Sie irgendwann die Einstellungen dafür ändern, wer welche Inhalte sehen darf, weil Sie nicht mehr daran gedacht haben, dass Sie früher mal sensible Inhalte hochgeladen haben. Und plötzlich ist öffentlich, was vorher nur einem auserlesenen Kreis zugänglich war.
  2. eine große Zahl von Freunden und Followern kann dazu so gewertet werden, dass auch ein geschlossenes Profil als öffentlich wahrgenommen wird.

Meiden Sie Strafen wegen Urheberrechtsverstoß

Wollen Sie auf der sicheren Seite sein, sollten Sie Ihre Social-Media-Profile überprüfen:

  1. Zeigt das Profilbild Sie selbst? Falls es ein Foto ist, das ein professioneller Fotograf gemacht hat, sollten Sie klären, ob Sie es für soziale Netzwerke verwenden dürfen. Viele Fotografen verlangen dafür eine Extragebühr.
  2. Haben Sie das Bild einer Kunstfigur oder eines Stars benutzt? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie über kurz oder lang abgemahnt werden, weil Sie dieses Bild unerlaubt hochgeladen haben. Das kann übrigens auch gelten, wenn Sie die Fotos eines Musikers oder anderen Promis in einem Fotoalbum geteilt haben. Wichtig ist, dass Sie sowohl die Urheberrechte des Fotografen beachten als auch das Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Person.
  3. Apropos Bild: Haben Sie Fotos oder Videos hochgeladen, auf denen andere Leute zu sehen sind (ob berühmt oder nicht)? Auch bei Freunden und Bekannten, sollte man um Erlaubnis fragen bevor man Bilder ins Netz stellt. Falls diese damit nicht einverstanden sind, könnten sie theoretisch dagegen vorgehen, denn Sie verletzen damit ihre Persönlichkeitsrechte. Auch wenn Sie ein selbst erstelltes Video mit Ihrer Lieblingsmusik unterlegen, kommt das Urheberrecht des Musikers zum Tragen und Sie verstoßen an dieser Stelle gegen das Gesetz.
  4. Noch einen Haken gibt es, wenn Sie Videos teilen, beispielsweise von YouTube. Haben nämlich nicht Sie, sondern derjenige, der das Video hochgeladen hat, gegen das Urheberrecht verstoßen, tun Sie es auch, wenn Sie es teilen. Darum sollten Sie nur Videos teilen, bei denen Sie sicher sind, dass sie nicht gegen das Gesetz verstoßen.

Es gibt im Internet Bilder, Filme und Musik, die rechtefrei sind und benutzt werden dürfen. Dieses Material finden Sie hier. Sie müssen aber immer auf die entsprechende Lizenz achten und diese auch bei der Benutzung angeben. Ganz sicher, dass Sie keinen Ärger bekommen, können Sie nur sein, wenn Sie die Inhalte selbst erstellen - oder eben wenn man dabei alle Urheber- und Persönlichkeitsrechte beachtet.

 

 

 

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