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Arbeitszeugnis - Formulierung und Inhalt

Nach den vergangenen Beiträgen über Ferienjobs kommt nun das Finish: Was muss in ein Arbeitszeugnis rein und welche Hinweise verstecken sich hinter manchen Formulierungen?

Nicht bei jedem kurzfristigen Ferien- oder Aushilfsjob muss man gleich ein Arbeitszeugnis verlangen. Doch besonders wenn man regelmäßig oder länger für einen Arbeitgeber tätig war und vor allem bei Betriebspraktikas, kann das Arbeitszeugnis für spätere Bewerbungen. nützlich sein. Schließlich sagt es etwas über die praktischen und sozialen Fähigkeiten aus. Doch was muss drin stehen und welche Bewertung ist vielleicht nicht so gut wie sie klingt?

Was muss ein Arbeitszeugnis enthalten?

Das einfache Zeugnis macht lediglich Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit. Arbeitnehmer können jedoch ein qualifiziertes Zeugnis verlangen (§ 109 Gewerbeordnung). Nach allgemeiner Rechtsprechung sollte darin Folgendes enthalten sein:

  • Eckdaten zur Beschäftigung: innerbetriebliche Position und Beschreibung der Tätigkeit
  • Bewertung von Leistung und Verhalten
  • bei einer guten Zeugnisnote eine Schlussformel, in der dem ausscheidenden Mitarbeiter alles Gute gewünscht wird
  • falls der Mitarbeiter das möchte, der Grund des Ausscheidens

Gute und schlechte Leistungsbeurteilungen

Ein Zeugnis muss grundsätzlich wohlwollend für den Mitarbeiter sein. Es soll ihn in seiner beruflichen Entwicklung nicht beeinträchtigen, muss aber trotzdem wahr sein. Daher hat sich im Lauf der Zeit eine spezielle Zeugnissprache gebildet. Die Formulierungen sind grundsätzlich positiv. Doch dahinter verbirgt sich mitunter Tadel. So entspricht "zu unserer Zufriedenheit" lediglich der unterdurchschnittlichen Note 4. "Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" bezeichnet dagegen die Note 1.

Von einem geheimen Code kann aber längst keine Rede mehr sein. Deshalb wird über die Formulierungen immer wieder gestritten. Die folgende Rechtspraxis hat sich gebildet (Bundesarbeitsgericht BAG, Az.: 9 AZR, 584/13): Wünscht ein Mitarbeiter eine bessere Bewertung als den Durchschnitt, liegt die Beweislast bei ihm. Möchte der Arbeitgeber unterdurchschnittliche Noten vergeben, muss er dies begründen können, zum Beispiel durch das Vorweisen einer Abmahnung. Ein Unternehmen ist allerdings nicht verpflichtet, die gängigen Zeugniscodes zu verwenden. Eigene Formulierungen sind erlaubt.

Die Reihenfolge zählt und auch das, was fehlt

"Das Verhalten von Herrn X gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war stets vorbildlich." Bei dieser Aufzählung hat sich eine feste Reihenfolge eingebürgert. Eine Abweichung davon gilt als Signal. Steht der Vorgesetzte an letzter Stelle oder wird er gar weggelassen, weist dies auf ein Autoritätsproblem hin. Bei einem Ladenangestellten mit Kassenzugriff nicht auf die Ehrlichkeit hinzuweisen, sagt ebenfalls viel aus.

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