Es ist nicht überraschend, wenn mehr und mehr gefordert wird, über diese Endgeräte auch Finanzdienstleistungen anzubieten. Diese Anforderung kommt allerdings derzeit kaum von der Kundenseite selbst, sondern wird vor allem von technischen Dienstleistern und Anwendungsanbietern im Hinblick auf ihre eigenen Geschäftsmodelle formuliert. Das Interesse der Verbraucher scheint sich im Moment noch ganz wesentlich darauf zu beschränken, Smartphones – und in viel stärkerem Maße so genannte Tablet-PCs – als Zugangsmedium zum Internet zu verwenden, um die Transaktionen zu tätigen, die bisher über den normalen heimischen PCs erfolgten („Mobil am Couchtisch“).
In der Zukunft ist davon auszugehen, dass sich die Bereiche des klassischen stationären Handels und des e-commerce an vielen Stellen annähern und zum Teil miteinander verschmelzen. Zwar wird dieser Prozess Zeit in Anspruch nehmen, dennoch werden sich hieraus Änderungen im Nutzerverhalten und neue Anforderungen an - auch bereits eingeführte - Zahlungsverkehrsprodukte ergeben. Bei der Frage, welche Zahlungsprodukte auch künftig am Markt erfolgreich sein werden, spielen die Nutzerpräferenzen die wesentliche Rolle. Nach vorliegenden Studien stehen für Zahlungspflichtige wie auch für Akzeptanzstellen die Sicherheit vor finanziellem Verlust, die tatsächliche (breite) Nutzbarkeit/Einsetzbarkeit, die Kosten wie auch Bequemlichkeit und Schnelligkeit sowie die Kompatibilität zu den bestehenden Systemen im Fokus.
Die Zahlungsdiensterichtlinie (PSD), Oversight Framework der Europäischen Zentralbank und Ergebnisse der aktuellen Rechtsprechung definieren den sicherheitstechnischen Anforderungsrahmen dahingehend, dass der Nachweis über die Identität des Zahlungspflichtigen, über die Nutzung des echten Authentikationsinstruments sowie der Nachweis darüber, dass es sich bei den Transaktionsdaten um die vom Zahlungspflichtigen bestätigten Transaktionsdaten handelt, geführt werden muss. Ziel: die Nicht-Bestreitbarkeit von Transaktionen zu erreichen.
Die im Feld befindlichen Smartphones und Tablett-PCs genügen diesen Anforderungen bisher jedoch nicht. Für die Umsetzung von Secure Elements für Mobile Payment werden derzeit verschiedene Lösungen diskutiert – von der Speicherung der Zahlungssysteminformationen auf den SIM-Karten der nächsten Generation bis zur Integration spezieller Hardware-Sicherheitsmodule in die Mobilen Endgeräte. Bislang existiert auf Smartphone-Basis noch keine befriedigende Lösung. Die einzige Lösung, die all diesen Anforderungen wirklich gerecht wird, ist die girogo-Kartenanwendung der Deutschen Kreditwirtschaft.
Die technische Sicherheit der girocard und des GeldKarte-Systems war bereits für die kontaktbehaftete Abwicklung sehr hoch. Dies wurde für die kontaktlose Abwicklung übernommen. Das hohe Niveau drückt sich letztlich auch in der Fortentwicklung des Sicherheitskonzepts sowie in der Durchführung eines Privacy Impact Assessments aus. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden genutzt, um das System weiter zu verbessern. Gerade im Hinblick auf die Erfüllung regulatorischer, datenschutz- und missbrauchspräventiver Anforderungen sowie die von Nutzern geforderte Wirtschaftlichkeit und Einsatzfähigkeit stellt die girogo-Anwendung der Deutschen Kreditwirtschaft die Benchmark dar, an der sich Wettbewerbersysteme messen lassen müssen.
https://www.sparkassenzeitung.de
Quelle: Die SparkassenZeitung