BLZ 763 500 00
Startseite
 

Sparinstitute gegen Armut

Holger Berndt war bis Ende Juni Vorstandsvorsitzender der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation. Im Interview spricht er über die neuesten Projekte und die wichtige Rolle der Sparkassen im Rahmen der Stiftungsarbeit.

DSZ: Herr Berndt, in welchen Ländern starten die nächsten Mikrofinanzprojekte?
Holger Berndt: Wir haben gerade die Verträge für ein Förderprojekt in Nepal unterzeichnet. Unsere Aufgabe ist es, die Arbeit unserer Partnerorganisation im Mikrofinanzbereich  mithilfe von Ausbildung und Training zu professionalisieren. Ein weiteres Projekt haben wir in Bhutan begonnen.

Was unternimmt die Stiftung in Bhutan?
Berndt: Wir bauen  in abgelegenen ländlichen Gebieten Institute für Finanzdienstleistungen auf. Das machen wir gemeinsam mit einer Frauenorganisation, wie bereits mit Erfolg in anderen Projekten. Schirmherrin dieser Organisation ist die Königinmutter, mit der wir im Vorfeld Gespräche geführt haben. Die Unterstützung durch das Königshaus stärkt das Vertrauen in der Bevölkerung.  

Sie waren in Bhutan bei einer Informationsveranstaltung für Frauen auf dem Land dabei. Was haben Sie erlebt?
Berndt: Das war sehr bewegend. Die Frauen kamen nach einem mehrstündigen Fußmarsch durch den Monsunregen zum Versammlungsort, um an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen und über die Frage zu entscheiden, ob sie künftig sparen wollen oder nicht - institutionalisiertes Sparen ist hier bisher völlig unbekannt. Über das Sparen erhalten die Frauen Zugang zu Mikrokrediten, mit denen sie etwa Hühner anschaffen können, deren Produkte sie auf dem Markt verkaufen. Dadurch entsteht ein wichtiger Zusatzverdienst, der die Frauen auch unabhängiger macht  - insgesamt ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Armut. 

Welche Rolle spielen die Männer in diesen Projekten?
Berndt: Die Männer verfolgen die Aktivitäten ihrer Frauen neugierig, auch kritisch. Wir beziehen die Männer in die Entscheidungen mit ein, wenn es zu Vertragsabschlüssen kommt. Aber wenn das Sparen Erfolge bringt, sehen die Männer das mit großem Wohlwollen.

Bleibt trotz Armut genug zum Sparen übrig?
Berndt: Wir sehen immer wieder, dass es auch bei armen Bevölkerungen grundsätzlich Möglichkeiten dazu gibt. Wenn die Menschen ihre Chancen erkennen, sparen sie sehr konzentriert und konsequent.

von Christoph Becker, 4. Juli 2012

https://www.sparkassenzeitung.de/

Quelle: Die SparkassenZeitung

zurück

© Deutscher Sparkassen Verlag GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH.
Telefon
09131 824-0

Sie haben Fragen zum Sparkassen-SchulService? Unsere Mitarbeiter helfen Ihnen gerne.


Ihre Ansprechpartner

Sparkasse
Erlangen
Hugenottenplatz 3
91054 Erlangen
Tel.: 09131 824-0
Fax: 09131 824-844

 
 

Unterrichtsmaterialien

Der kostenlose  Online-Test zur beruflichen Orientierung

KOMPASS:BERUF