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Die Lernatmosphäre

Lernen - und Lehren! - braucht auch eine emotionale Grundlage. Bringen Sie Ihre Schüler in die Stimmung, in der sie bereit sind etwas zu lernen, sich neues zu erarbeiten und zu merken.

Das Gleiche gilt für Sie: auch Sie können in der richtigen Stimmung besser arbeiten, erfolgreicher arbeiten, mehr Spaß bei der Arbeit haben.

Dabei geht es nicht darum, dass Sie den Clown machen. Hier ein paar Tipps:

Regeln und Routinen

Schaffen Sie Regeln und Routinen um Störungen gar nicht erst entstehen zu lassen

  • Teilen Sie Ihren Schülern eindeutige Verhaltensregeln für alle denkbaren Situationen mit: z. B. wie soll sich ein Schüler beschäftigen, wenn er bereits mit der Lösung einer Aufgabe fertig ist? Was sollen die Schüler machen und an wen sollen Sie sich wenden, wenn Sie für einen kurzen Moment den Klassenraum verlassen müssen?
  • Üben Sie laufend Routinen ein: z. B. Wie sollen sich die Schüler zu einem Sitzkreis zusammenfinden? Was passiert wenn Sie geschlossen den Klassenraum verlassen? Wie sollen sich die Schüler nach der Begrüßung zu beginn der Stunde verhalten?
  • Stellen Sie Aufgaben so, dass sowohl schwache als auch starke Schüler diese in angemessener Zeit lösen können. z. B. geben Sie Lösungsbeispiele an und stellen Sie Zusatzaufgaben um Über- oder Unterforderung zu begegnen.
  • Verteilen Sie unter den Schülern permanente Aufgaben um sich selbst von einigen Dingen zu entlasten und die Schüler zu beschäftigen: z. B. Tafeldienst, Kopierdienst, Ordnungsdienst, Mediendienst, Hausaufgabendienst (kranke Schüler über Aufgaben informieren).

Jeder ist eine eigene Persönlichkeit

Scheren Sie nicht alle Schüler über einen Kamm:

Die Leistungen Ihrer Schüler können sich stark voneinander unterscheiden, auch wenn Sie noch so vehement versuchen alle auf denselben Lernstand zu bringen. Störungen sind dann oft Folge von Über- oder Unterforderung. Versuchen Sie deshalb jeden Ihrer Schüler individuell nach seinen Leistungen zu beurteilen. Versuchen Sie herauszufinden wo die Stärken und wo die Schwächen jedes einzelnen Schülers liegen, notieren Sie diese in eine Liste zum Thema Leistungsdiagnose. Geben Sie schwächeren Schülern bei der Bearbeitung von Aufgaben Hilfestellungen und stärkeren Schülern Zusatzaufgaben.

Anarchie, Autokratie, Demokratie ...

Soziale Kompetenzen in der Klasse lernen.

Demokratie ist nicht nur die Bezeichnung für eine politische Ordnungsstruktur, sondern in erster Linie beschreibt Demokratie, das Zusammenleben der Menschen in einer Gesellschaft, die gemeinsam Erfahrungen teilen, Erkenntnisse gewinnen, dadurch Verständnis für das Gegenüber erlangen und auf diesem Weg soziale Kompetenzen erwerben. Diese Form des Erkenntnisgewinns muss vor allem in der Schule praktiziert werden, um den wesentlichen Grundstein für verantwortungsvolle und tolerante Bürger zu setzen. Nur so, kann das Fortbestehen der Demokratie, die ja ein ständiger Aushandlungsprozess ist, in Zeiten wachsender Ungleichheit und Heterogenität, gesichert werden.

In Ihrer Rolle als Lehrer sollten Sie daher beachten:

  • Der Weg ist das Ziel: Die Bereitschaft Aufgaben zu übernehmen, bzw. die Anstrengung die aufgebracht wird, um an ein Ziel zu kommen, zahlt mehr, als die tatsächlich erbrachte Leistung.
  • Eröffnen Sie Ihren Schülern Möglichkeiten eigenständig Verantwortung zu übernehmen, z. B. durch Projektarbeit.
  • Auch ein entgegen der Mehrheit gerichtetes Handeln muss toleriert werden, wenn es sich auf Prinzipien, Überzeugungen oder Gewissensgründe stützt und somit Ausdruck von Individualität ist.
  • Jeder hat sie: Vorurteile. Schlüsselerlebnisse, Erfahrungen und öffentliche Meinungen haben Sie uns eingeimpft. Versuchen Sie trotzdem Ihre Schüler mit so weit wie möglich vorurteilsfreien Augen zu betrachten und ihnen bei aller Heterogenität die gleichen Chancen einzuräumen. Das heißt nicht, dass sie deren Eigenheiten und Unterschiede nicht anerkennen sollen, im Gegenteil, erst wenn Sie anerkennen, das jeder Schüler nach Art und Herkunft unterschiedlich ist, sind sie offen für eine gerechte Leistungsbeurteilung und verstehen, warum Sie keinem Schüler mehr oder weniger Chancen einräumen dürfen.

Der Fehler, dein Freund

Auf dem Weg ins geistige Neuland warten Fehler am Wegesrand.

Nutzen Sie Fehler gekonnt, um einen Lernerfolg zu erzielen. Wenn ein Schüler bei der Bearbeitung einer Aufgabe einen Fehler macht, sollten Sie diesen nicht einfach mit grimmiger Miene korrigieren. Vielmehr sollten Sie anerkennen, dass Fehler zum Lernprozess dazu gehören und diese in den Unterricht integrieren:

  • Denken Sie gemeinsam mit dem Schüler, der den Fehler gemacht hat oder mit der ganzen Klasse, darüber nach, warum der Fehler aufgetreten ist. Was wurde möglicherweise warum falsch verstanden? Oder an welcher Stelle des Denkprozesses wurde der Fehler hervorgerufen? Auf diesem Weg erreichen Sie ein besseres Verständnis für den Lerninhalt und eine nachhaltige Wissensverankerung.
  • Nicht jeder denkt auf dieselbe Art und Weise. Vielleicht stellt sich der Fehler als ein vermeintlicher heraus, da der Weg der Aufgabenlösung ein anderer war als erwartet. Sie sollten individuelle Lösungswege akzeptieren und auch Raum für ungewöhnliche Ideen lassen.