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Kommentar: Der Zauber des Neuanfangs

Neues Jahr, neuer Monat, neue Woche: Neuanfänge geben uns Auftrieb. Warum eigentlich und wie diesen Effekt nutzen? Ich hätte da so eine Idee...

Ich bin natürlich kein Psychologe. Dennoch habe ich ein paar Theorien, warum ein Neuanfang auf manche (wie mich) eine so faszinierende Wirkung hat. Eine Zeiteinheit endet, eine neue beginnt, wie z.B. eine neue Woche, ein neuer Monat oder ein neues Jahr. Meist passiert am Ende jeder Einheit irgend etwas. Im besten Fall tritt eine Pause ein, wie Urlaub oder Wochenende und am Monatsende verschafft die Überweisung des Gehalts Erleichterung auf dem Konto. Ich liebe Neuanfänge! Außer man nutzt den Effekt nicht richtig, dann wird's frustrierend.

Von Motivation bis Selbstbetrug

Wer seine Jahreswechsel-Euphorie nutzbringend ausschöpfen will, sollte rechtzeitig damit beginnen, sie zu zelebrieren. Zögern Sie nicht und handeln Sie entschlossen! Jetzt ist die Zeit für Entscheidungen, die Sie vielleicht schon Monate vor sich her schieben. Das schreibe ich vor allem im Hinblick auf das Ausmisten von Material, Ordnern, Hängeregistern und was man sonst so an Vorratshaltung hat. Anwendbar ist das auch auf "Das würde ich gern irgendwann machen"-Sachen. WANN genau werden Sie es tun? Wissen Sie nicht? Weg damit, auch im Kopf!*

Ich bemerke zum Jahresende hin eine steigende Motivation, meine Unterlagen abzuspecken, zu entscheiden, was ich nächstes Jahr weiterführe und was nicht und ... ALLES aufzuarbeiten, was ich das ganze Jahr über nicht gemacht habe (Sie merken, ab hier wird es schon leicht unrealistisch). Eine glänzende Zukunft erstrahlt in meiner Vorstellung, denn "nächstes Jahr wird alles besser". Keine unabgeschlossenen Projekte, weniger Gerümpel in Büro und Wohnung, Dinge ablehnen statt aufhäufen usw. Bisher hätte ich gesagt, dass hiermit die Weichen für eine große Neujahrsenttäuschung gestellt sind. Aber wenn man es schlau anstellt, kann man diesen Selbstbetrug (was für ein hartes Wort!) mehrfach als Motivation wiederverwenden.

Nennen wir es nicht "Neujahrsvorsätze"

Und wenn es dann Januar und nicht "alles anders" ist? Ich schummle da vielleicht, aber ich spanne das Dampfross namens Neuanfang immer wieder vor meinen Karren: Neue Woche, neues Glück! Neuer Tag, neues Glück! Glauben Sie's oder nicht, bei mir funktioniert's. Ganz besonders gut funktioniert es, wenn am Ende einer solchen Zeiteinheit eine Pause steht. Kleiner Tipp: Machen Sie die Nachdenkpause, was wann in der neuen Woche ansteht, am Freitag. Keinesfalls am Wochenende oder gar am Montag! Da ist Frust vorpgrogrammiert und Pause ist Pause. Im Äußersten muss ich zur Erpressung statt zur Belohnung greifen. Dieser Winkelzug sieht so aus, dass ich mir ein gewünschtes Projekt erst erlaube, wenn ich etwas Angefangenes abgeschlossen habe.

Wenn das immer so klappen würde, gäbe es am Jahresende eigentlich nichts mehr zu tun. Aber ganz so ist es ja nicht. Und wenn mich zur Jahresmitte dann das Gefühl der Enttäuschung einholt, sind es nur noch wenige Monate bis zum Jahreswechsel!

 

*Das gilt selbstverständlich nicht für die Steuererklärung!

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